Rangiert auf den
vordersten Plätzen.

2-Wege Unimog als flexibles Rangierfahrzeug im Mercedes-Benz Werk Bremen.

Bei der Auslieferung seiner begehrten Pkws überlässt Mercedes-Benz nichts dem Zufall. Und setzt auf zuverlässige Spitzenkräfte mit dem Stern: Fünf speziell für den Einsatz auf Schiene und Straße ausgerüstete Unimog verrichten im Bremer Automobilwerk Rangierarbeiten – und bieten eine flexible und wirtschaftliche Alternative zu Rangierloks.

Unimog bringt Neuwagen auf die Schiene.

Endlose Waggonreihen fahren im Schritttempo über das Bremer Werksgelände. An Bord: nagelneue C-Klasse-Modelle, sauber aufgereiht und gegen Transportschäden gesichert. Ziel ist zunächst eine Übergabestelle am Werksausgang, wo eine Fernverkehrs-Lok die Waggons übernimmt und nach Bremerhaven überführt. Dort beginnt für die Pkws dann eine Seereise in zahlreiche Regionen der Welt.

Das Mercedes-Benz Werk in Bremen zählt zu den größten Pkw-Fertigungsanlagen in Deutschland. Ein wichtiger Transportweg ist dabei die Schiene – vor allem die Exporte nach Übersee nehmen diesen Weg. Ebenfalls per Eisenbahnwaggons werden die im Werk anfallenden Metallreste abtransportiert, die beim Pressen der Karosserieteile übrigbleiben.

Für die nötigen innerbetrieblichen Rangierarbeiten mit den schweren Waggons setzt das Mercedes-Benz Werk Bremen auf fünf 2-Wege Unimog. Die können dank hydraulisch absenkbarer Schienenführung sowohl auf der Schiene als auch auf der Straße eingesetzt werden.

Und das zahle sich gleich mehrfach aus, sagt Ralf Menger, Vorarbeiter im Team Werkstransport/Rangierdienst. Denn die Alleskönner wechseln agil und zeitsparend zwischen verschiedenen Einsatzorten im Werk. Und können auch die engen Kurvenradien im Werk problemlos durchfahren. Das spart teure Investitionen in neue Schienenanlagen, die beim Betrieb von herkömmlichen Rangierloks nötig wären.

Für Rangierarbeiten im Werksgelände ist es von unschätzbarem Vorteil, dass die 2-Wege Unimog flexibel zwischen Schiene und Straße wechseln können.


Ralf Menger, Team Werkstransport / Rangierdienst

Zwei der Unimog des Bremer Autowerks entstammen bereits der neuesten Generation des bewährten Nutzfahrzeugs, Modell U 423. Gut für’s Budget: Sie verbrauchen im Betrieb deutlich weniger Kraftstoff als vergleichbare Rangierloks. Und leisten dank neuester Euro-VI-Antriebstechnologie einen wichtigen Beitrag zur Emissionsreduzierung auf dem Werksgelände – gut für die Umwelt.

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Hohe Zugkraft auch bei Regenwetter.

Die Unimog U 423 mit ihren 170 kW (231 PS) starken 4-Zylinder-Motoren müssen im täglichen Rangierbetrieb Anhängelasten bis zu 600 t ziehen. Für verschleißfreies Anfahren und eine Erhöhung des Anfahrdrehmoments sorgt dabei die ab Werk verfügbare Wandlerschaltkupplung des Unimog.

Und das funktioniert auch bei schlechtem Wetter und auf nassen Schienen zuverlässig. Denn dank Allradantrieb und Differentialsperren sowie dem höheren zulässigen Gesamtgewicht der neuen Unimog Generation bleibt die Traktion auch bei rutschigen Gleisen erhalten – gerade beim Bremsen ein wichtiger Sicherheitsfaktor.

Perfekt ausgestattet für den Rangiereinsatz.

Zur Ausstattung der beiden Unimog U 423 zählt eine durchdachte bahntechnische Ausstattung durch die spezialisierten Aufbauhersteller Zagro und Zwiehoff. So besitzen die beiden zugstarken Rangierprofis eine Waggonbremsanlage für 800 t und Kuppelstangen vorne und hinten. Eine praktische Funkfernsteuerung ermöglicht präzise Rangiermanöver, während der Fahrer außerhalb des Fahrzeugs die Waggons im Blick behalten kann.

Die Unimog verfügen für den werksinternen Einsatz über eine bahntechnische Abnahme nach BOA (Bau- und Betriebsordnung für Anschlussbahnen). Als flexible Alternative zu Rangierloks sind die 2-Wege Unimog im Mercedes-Benz Werk Bremen nicht mehr wegzudenken. Sie punkten mit ihrem schnellen Wechsel von Schiene auf Straße, ihrem wirtschaftlichen Betrieb und der einfachen Integration in die bestehende Infrastruktur. Mit einer vergleichsweise unflexiblen Lok könne man das Arbeitspensum auf der existierenden Bahn-Infrastruktur schlicht nicht mehr erfüllen, fasst Ralf Menger zusammen. Umso glücklicher sei er über die Nutzfahrzeug-Unterstützung aus der eigenen Herstellung. Damit noch viele Neuwagen aus Bremen zuverlässig zu Mercedes-Benz Kunden in aller Welt gelangen.

Das Mercedes-Benz Werk in Bremen.

Am Standort Bremen produziert Mercedes-Benz mit mehr als 12.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktuell zehn Pkw-Modelle, darunter die C-Klasse, GLC, SLC und den SL. Im Jahr 2017 haben mehr als 420.000 Fahrzeuge die Produktionshallen verlassen. Damit gehört der Standort zu den größten Pkw-Werken bei Mercedes-Benz.

Auch für die Zukunft ist man an der Weser gerüstet: Ab 2019 soll dort das erste Elektrofahrzeug der neuen Produktmarke EQ gebaut werden. Bis Ende des Jahrzehnts sollen in Bremen alle neu entwickelten intelligenten Antriebe verbaut werden – vom klassischen Verbrennungsmotor über Plug-in-Hybride bis zu Brennstoffzellenfahrzeugen.

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