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Trucks im Maßanzug.

Mercedes-Benz Custom Tailored Trucks und die Lkw-Manufaktur in Molsheim.

Bei Mercedes-Benz Custom Tailored Trucks (CTT) ist das Außergewöhnliche Alltag. Im Elsass befindet sich das Werk Molsheim, ein Teil des Geschäftsbereichs Mercedes-Benz Special Trucks. In dieser Manufaktur unweit von Straßburg entstehen hochspezialisierte Fahrzeuge.

Dort werden Sonderwünsche umgesetzt, die in einer Serienfertigung am Band nicht realisierbar sind. Ganz egal ob Einzelstücke oder Sonder­serien – CTT und das Werk Molsheim produzieren sie, die individualisierten Trucks mit Stern aus einer Hand. Geprüft, freigegeben und mit allen Garantien sowie dem weltweiten Service der Marke Mercedes-Benz versehen.

Von der Schwerlastzugmaschine bis zum Ölfeld-Truck.

Manchmal findet sich inner­halb der rationellen Serienfertigung für hochspezifische Transportaufgaben einfach nicht das passende Fahrzeug. Dann gibt Mercedes-Benz CTT auf besondere Kundenfragen die besondere Antwort.

Im Werk Molsheim werden Trucks ganz nach individuellem Kundenwunsch gefertigt. Auf Basis der Serien-Lkw des Werks Wörth entstehen Vierachser mit bis zu 7,2 m langem Radstand. Zum Beispiel für Ölfelder in China, Schaf-Transporte in Neusee­land, Fahrschul-Lkw mit Zusatzsitzen und Doppelpedalerie, Econic als Sattelzugmaschinen für den Einsatz untertage und viele andere individuelle Fahrzeuglösungen.

Individualisierte Entwicklungen in bewährter Mercedes-Benz Qualität.

Geht nicht, gibt’s nicht: Molsheim ist ein Standort für vielfältige Nutzfahrzeug-Lösungen. CTT verfügt im Elsässer Werk über eine eigene Entwicklungsabteilung. Rund 70 Ingenieure arbeiten dort eng vernetzt mit der zentralen Entwicklung von Daimler Trucks in Stuttgart. Und können auch Lkw-Entwicklungsprojekte für die Serienfertigung in Wörth übernehmen.

Der große Vorteil: Sämtliche Umbauten sind komplett dokumentiert wie bei einem Großserienfahrzeug – Kunden können jede Werkstatt von Mercedes-Benz weltweit besuchen, Teile und Komponenten sind als Ersatzteil über die aus der Serie bekannten Sachnummern zu bekommen. Zudem entsprechen alle Umbauten den Qualitätsstandards von Mercedes-Benz.

Nicht immer handelt es sich um ausgefallene Spezialfahrzeuge auf Grundlage eines Serienmodells. Die Spezialisten von CTT kommen auch ins Spiel, wenn es darum geht, auf Kundenwunsch eine Tankanlagen zu versetzen oder einen Rahmen zu modi­fizieren, damit Spezialaufbauten passen.

Expertenlösungen nach Maß.

Jeder fünfte Lkw von Mercedes-Benz läuft über CTT, der Anteil ist seit vielen Jahren stabil. Aber nicht jeder dieser Lkw muss eigens von Wörth ins nahe gelegene Molsheim rollen. CTT-Mitarbeitern stehen im Lkw-Werk separate Standplätze für kleinere Umbauten zur Verfügung. Entpuppt sich ein Umbau als stückzahl­trächtig, wird er ab einer gewissen Größenordnung sogar in die Bandferti­gung übernommen, um ein Höchstmaß an Effizienz und Flexibilität zu gewähr­leisten.

Organisatorisch angebunden ist Custom Tailored Trucks an den Geschäftsbereich Mercedes-Benz Special Trucks in Wörth, wo rund 1.000 Beschäftigte pro Jahr 3.500 Econic, Unimog und Zetros produzieren.

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Erfolgsbilanz für die Spezialfertigung.

Rund 600 Mitarbeiter kümmern sich im Werk Molsheim um Entwicklung, Vertrieb und Produktion. Rund 8.500 Fahrzeuge gehen im Jahr durch ihre Hände. Das Werk  ist auf einem weitläufigen Gelände mit einer Fläche von fast 500.000 m² angesiedelt. Die Fertigung gliedert sich in den Umbau und die Montage von Lkw, die Kom­ponentenfertigung mit dem Schwerpunkt des Fahrerhauses für den Unimog Geräteträger sowie die Teilefertigung.

In Sachen Truck-Umbauten stechen – neben einer Vielzahl von Spezialitäten – die Bestseller im Bereich Fahrwerk und Rahmen heraus. So hat CTT seit seiner Gründung im Jahr 2000 insgesamt fast 20.000 Achsen montiert, 5.000 km Radstandsverkürzungen und 18.000 km Radstandsverlängerungen durchgeführt.

Weltweit im Trend.

Die Hauptabnehmerländer von CTT liegen zwar innerhalb der EU, doch die Lkw sind weltweit unterwegs. So wurden in den vergangenen Jahren die meisten Sonderanfertigungen nach Brasilien, China und Russland geliefert. Auch Australien und Indonesien waren wichtige Abnehmerländer.

Ursprünglich individuelle Kundenwünsche und Entwicklungen werden dank CTT einem internationalen Kundenkreis zugänglich. So wurden für Finnland so genannte Triple-Fahrgestelle für schwere Transport­aufgaben entwickelt, die sich inzwischen auch als Müllsammel-Fahrzeuge in München finden.

Technik ist Kunst.

Der deutsche Begriff „Werkstatt“ erhält im Französischen gleich einen eigenen Klang: „Atelier“. Damit wird die Fertigung in Molsheim als Manufaktur charakterisiert und die besondere Kunst­fertigkeit der Mitarbeiter betont. Rund 20.000 m² überdachte Flächen stehen in Molsheim in Form von mehreren Ateliers für Umbauten zur Verfügung, 65 Standplätze und zwei Lackier­kabinen. Mit 220 Mitarbeitern ist der Großteil der Belegschaft in Molsheim mit den Lkw-Umbauten beschäftigt.

Im neuesten Atelier 11 zum Beispiel stehen links und rechts jeweils zehn Standplätze für Umbauten bereit. Bei Bedarf könnte auch eine Linie für eine kleine Bandfertigung eingerichtet werden. Aktuell parken dort unter­schiedlichste Lkw in Reih und Glied.

Wo Kreativität und Ordnung aufeinander treffen.

Vierachsige Ölfeldfahrzeuge für den Export nach China erhalten dort eine Rahmenverlängerung. Die Mitarbeiter entfernen sämtliche Anbauteile vom Rahmen und demontieren die Hinterachsen. Der Rahmen wird in der Mitte aufgetrennt und danach die Verlängerung eingeschweißt. Aufgrund des geänderten Radstands müssen bei der erneuten Montage neben der Gelenk­welle auch Kabel und Leitungen erneuert werden. Weil für den speziellen Aufbau des Lkw viel Platz im Bereich des Rahmens erforderlich ist, verlegen die Monteure außerdem den Kraftstofftank an die Rückwand des Fahrerhauses.

Aufgrund langer Taktzeiten mit umfangreichen Arbeiten und wechselnden Aufgaben sind die Werkstatt-Mitarbeiter hoch qualifiziert. Trotz individueller Fertigung arbeitet CTT nach dem welt­weit identischen Produktionssystem von Daimler Trucks. Alle Umbauten absolvieren die gleichen Qualitäts-Checks wie die Serienmodelle. Zudem erfasst jeder Mitarbeiter alle durchgeführten Tätigkeiten damit der Entstehungsprozess jedes Fahrzeugs lückenlos dokumentiert wird.

Hightech-Kabinen für den Unimog Geräteträger.

Vor knapp zwei Jahren hat CTT die Produktion der Hightech-Fahrerhäuser für den Unimog Geräteträger erweitert und neu strukturiert. Im ersten Schritt wird der stählerne Grundrahmen des Fahrerhauses mit den einzelnen zugelieferten Karosserieteilen verklebt und verschraubt. In der nächsten Fertigungsstufe werden die Fahrerhäuser grundiert und anschließend lackiert. Jedes Fahrerhaus wird danach in einem Lichttunnel unter gleißenden Scheinwerfern gründlich überprüft.

Auf einer Produktionsfläche von rund 2.000 m² fertigen 30 Mitarbeiter knapp 1.000 Fahrerhäuser jährlich. Sie werden aus Molsheim in das Lkw-Werk Wörth zur Montage des Unimog geliefert.

Teilefertigung für die Großserie.

Die Fertigung in Molsheim ist handwerklich geprägt. Trotzdem wird auch ein Schweißroboter für Kleinserien genutzt. Die Teilefertigung des Werks Molsheim dient als interner Zulieferer und arbeitet ebenfalls für das Lkw-Werk Wörth. Es wird per Laser geschnitten, gebogen, geschweißt, gestanzt, in Form gepresst, auch pulverbeschichtet und nass lackiert. Das Programm der Abteilung umfasst etwa 5.000 Sachnummern, zur Aus­stattung gehören zirka 500 Presswerkzeuge und 700 Schweißvorrichtungen. Jährlich verarbeiten die 90 Mitarbeiter der Teilefertigung rund 1.500 t Stahl.

Maßschneider für Lkw mit Stern.

Die Zahlen sprechen also für sich: Seit der Gründung von CTT im Jahr 2000 sind mehr als 120.000 Lkw umgebaut und über 5.000 Sondercodes für Teile und Komponenten realisiert worden. Die Lkw von CTT fahren in mehr als 140 Ländern der Erde. Damit ist Mercedes-Benz CTT der größte Truck-Umbauer der Welt für die Lkw mit Stern.

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