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Tandem im Tunnel.

Zwei Unimog rangieren in Amsterdam Metro-Züge – im Ein-Mann-Betrieb.

Das Amsterdamer Nahverkehrsunternehmen GVB setzt auf eigens angepasste 2-Wege Unimog für Fahrzeug-Havarien und alle anfallenden Reparatur- und Wartungsarbeiten im Schienennetz der niederländischen Metropole. Ein Unimog Neuzugang glänzt mit einer besonderen Fähigkeit: Der Alleskönner für Schiene und Straße lässt sich mit anderen Unimog koppeln – im Verbund kann so ein Zuggewicht von bis zu 2.000 t rangiert werden.

Wenn die U-Bahn plötzlich stehen bleibt.

Ein Alptraum für alle Fahrgäste im städtischen Nahverkehr: Stillstand. Wenn die U-Bahn im Tunnel nicht mehr weiterfahren kann, ist schnelle und zuverlässige Hilfe gefragt. In Amsterdam setzt GVB deshalb auf den Unimog Abschleppdienst. Dazu werden zwei Unimog aneinandergekoppelt, um die maximale Zugkraft auf die Schiene zu bringen.

Matthijs Bokma von der Koks Group, die den brandneuen Unimog U 423 der GVB ausgestattet und modifiziert hat, erklärt: „In Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz haben wir ein System entwickelt, mit dem die beiden Unimog zusammen mit einem Fahrer fahren können. Beide Unimog Fahrzeuge sind mechanisch und elektrisch gekoppelt, sodass bei der Tandemfahrt eine Zugkraft von 2.000 t Zuggewicht erreicht werden kann. Damit kann ein 200 t schwerer M5-U-Bahn-Verbund im Notfall schnell und sicher von der Nord-Süd-Linie gezogen werden.“

Maßgeschneidert und wirtschaftlich.

Der neue Unimog wurde der GVB Amsterdam im Rahmen der RailTech Europe übergeben. Er ersetzt ein Modell von 1985, macht aber zusammen mit einem zuvor  gelieferten Unimog der neuesten Generation auch zwei Lokomotiven überflüssig, die der GVB bis vor kurzem zum Abschleppen verwendete.

Neben der Flexibilität des 2-Wege-Fahrzeugs, das dank des von Koks und Zagro entwickelten Fahrwerks in kürzester Zeit von Schiene auf Straße wechseln kann, spielten für den Umstieg auf Unimog auch dessen hohe Wirtschaftlichkeit und die durch die sehr gute Traktion der Gummireifen bedingte hohe Zugkraft eine Rolle.

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Die GVB wird das neue Fahrzeug zum Abschleppen gestrandeter U-Bahnen sowie für Wartungs- und Reparaturarbeiten im Amsterdamer U-Bahn-Netz einsetzen. „Der neue Unimog ist ein Rettungsfahrzeug mit einem geschlossenen Aufbau, der alle Arten von Reparatur- und Wartungsmaterialien enthält“, erläutert Matthijs Bokma. Zur Ausstattung gehört außerdem eine Fernbedienung, die vor allem bei Kupplungs- und Rangierarbeiten eingesetzt wird.

Die Umrüstung des Serien-Unimog gemäß der Vorgaben des GVB dauerte laut Matthijs Bokma ein Jahr. Die Zusammenarbeit zwischen Mercedes-Benz und den beteiligten Aufbauherstellern sei dabei auffallend gut gewesen.

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